Warum zählen Bahnen zu den sichersten Verkehrsmitteln?

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Warum zählen Bahnen zu den sichersten Verkehrsmitteln

Warum zählen Bahnen zu den sichersten Verkehrsmitteln ?

Ein Personenzug stößt mit einem Güterzug zusammen, ein Reisebus rutscht in den Graben, ein Lkw prallt auf ein Stauende, auf der Autobahn gibt es eine Massenkarambolage mit mehreren Autos: Solche Meldungen erinnern daran, wie gefährlich der Verkehr sein kann. Allerdings sagen einzelne Meldungen wenig über das tatsächliche Risiko einer Fahrt aus.

Sowohl in Deutschland als auch in Europa gehören Bahnen zu den sichersten Verkehrsmitteln. Das Risiko, zu verunglücken und Verletzungen davonzutragen oder gar zu sterben, ist bei einer Autofahrt deutlich höher als bei einer Bahnfahrt. Doch warum ist das eigentlich so? Welche Faktoren sorgen für die Sicherheit im Schienenverkehr?

 

Zunächst ein paar Zahlen und Daten

Die Auswertung des zehnjährigen Durchschnitts von 2008 bis 2017 hat gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, tödlich mit dem Auto zu verunglücken, 56 Mal höher ist als bei einer Bahnfahrt. Was Verletzungen angeht, ist der Unterschied noch größer. So liegt das Unfallrisiko bei einer Autofahrt rund 133 Mal höher als bei einer Fahrt mit der Bahn.

Bei einem Vergleich zwischen Pkw, Bus und Bahn hat der Schienenverkehr ebenfalls die Nase vorn. Zwar liegt der Bus in Sachen Sicherheit klar vor dem Auto. Doch mit der Bahn kann er trotzdem nicht mithalten. Bei einer Busfahrt ist das Todesrisiko nämlich gut viermal und das Unfallrisiko 46 Mal höher.

Die Opferzahlen sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Zwischen 2007 und 2016 kamen im Durchschnitt EU-weit 3,03 Pkw-Insassen ums Leben, in Deutschland waren es 2,12 Autofahrer. Dem stehen 0,13 getötete Bahnfahrer in Europa und 0,03 tödlich verunglückte Bahnreisende in Deutschland gegenüber.

Alle diese Daten beziehen sich auf eine Milliarde Personenkilometer. Der Personenkilometer ist eine Maßeinheit für die Verkehrsleistung im Personenverkehr. Sie errechnet sich aus den zurückgelegten Kilometern auf der Straße oder Schiene multipliziert mit der Anzahl der Reisenden.

 

Warum zählen Bahnen zu den sichersten Verkehrsmitteln?

Bei allen Verkehrsträgern ist menschliches Versagen die Hauptursache für Unfälle. Aus diesem Grund zielt moderne Sicherheitstechnik darauf ab, Fehler von Menschen zu verhindern oder zumindest deren Folgen so weit wie möglich abzufedern.

An diesem Punkt kann der Schienenverkehr mit Vorteilen aufwarten, die es bei anderen Verkehrsmitteln in dieser Form nicht gibt. Die beiden wichtigsten Faktoren dabei sind die Spurgebundenheit und die Signaltechnik. Während die Spurgebundenheit dafür sorgt, dass der Zug seine Fahrstrecke nicht verlässt, sichert die Signaltechnik den Fahrweg ab.

 

Lückenlose, voneinander unabhängige Absicherungen

Wenn ein Zug unterwegs ist, kommen viele Instanzen zusammen. Das Zusammenspiel aus Technik, Lokführer und Betriebszentrale sorgt dafür, dass die Zugfahrt sicher durchgeführt wird.

Das fängt schon damit an, dass jede Fahrt eines Zuges ausdrücklich vom Fahrdienstleiter genehmigt werden muss. Von der Betriebszentrale oder dem Stellwerk aus überwacht er computergestützt das Schienennetz. Die Freigabe des Fahrwegs für den jeweiligen Zug erfolgt per Signal.

Zusätzlich dazu werden alle Schritte des Fahrdienstleiters und des Lokführers von technischen Systemen überwacht. An kritischen Stellen kontrolliert außerdem die sogenannte punktförmige Zugbeeinflussung (kurz PZB), was der Lokführer macht. Missachtet er zum Beispiel ein Signal oder reduziert er die Geschwindigkeit zu spät, löst die PZB automatisch eine Zwangsbremsung aus. Sämtliche Handlungen im Betriebsablauf, die für die Sicherheit relevant sind, sind also technisch abgesichert.

Der Begriff Telematik steht für die sichere und intelligente Verkehrsführung. Und hier setzt die Bahn mit ihrer Leit- und Sicherungstechnik schon seit über 150 Jahren Maßstäbe. Die Bahn nennt das Ganze Fahren im Blockabstand. Doch auch die Leit- und Sicherungstechnik entwickelt sich selbstverständlich stetig weiter. Ein Beispiel dafür ist das europäische Zugsicherungssystem ETCS. Am Grundprinzip ändert sich aber nichts.

 

Keine unzulässigen Lenkzeiten

Ein anderer Aspekt ist, dass Sicherheitsvorschriften nicht nur vorhanden sein, sondern auch tatsächlich umgesetzt und überwacht werden müssen. Diese Kontrolle ist im Schienenverkehr ebenfalls gegeben.

Für den Straßenverkehr regeln Vorschriften die Lenk- und Ruhezeiten. Doch letztlich liegt es in der Hand des Fahrers, ob er die zulässigen Lenkzeiten und die vorgeschriebenen Ruhezeiten einhält. Im Schienenverkehr ist das anders. Hier geben strikte Verfahrensanweisungen die Lenk- und Ruhezeiten von Lokführern vor. Und die organisatorische Planung macht Verstöße gegen die Verfahrensanweisungen praktisch unmöglich.

 

Warum weicht das subjektive Sicherheitsempfinden mitunter ab?

Bei einer Zugfahrt greifen viele verschiedene, voneinander unabhängige Absicherungen. Zu kritischen Situationen kann es deshalb nur bei einer Verkettung von mehreren unglücklichen Umständen kommen. Tatsächlich zeigt die Analyse von bekannten Unfällen, die sich in den vergangenen Jahren auf der Schiene ereignet haben, dass mindestens zwei fehlerhafte Handlungen und technische Fehler als Unfallursache vorliegen mussten.

Doch auch wenn die Daten und Fakten die hohe Sicherheit objektiv belegen, kann das subjektive Sicherheitsempfinden anders sein. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Art und Weise, wie Unfälle kommuniziert werden. Ein Bericht in den Medien konzentriert sich oft auf die Folgen des Unglücks, liefert aber nur wenige Informationen zu den Hintergründen oder Erklärungen zu den Sicherheitsmechanismen.

Gleichzeitig lösen Bilder von der Unglücksstelle Empathie mit den Geschädigten aus. Wer solche Bilder sieht, kann sich durchaus vorstellen, selbst in eine ähnliche Situation zu geraten.

Hinzu kommen die Zahlen. Bei einem Verkehrsunfall gibt es pro Auto maximal fünf Opfer. In einem vollbesetzten Personenzug ist die Anzahl der Fahrgäste ungleich höher. Und wenn nur die reine Opferzahl eines Unglücks im Raum steht, ohne sie ins Verhältnis zur Verkehrsleistung zu setzen, wirkt die Zahl natürlich umso erschreckender, je höher sie ist. Eisenbahnunternehmen sind daher gut beraten, die hohe Sicherheit, die sie tatsächlich bieten, klar zu kommunizieren.

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