7 Ansätze für leisere Güterbahnen

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7 Ansätze für leisere Güterbahnen

7 Ansätze für leisere Güterbahnen

Verkehrslärm ist für viele Anwohner ein großes Problem. Denn Lärm stört nicht nur, sondern kann zur Gefahr für die Gesundheit werden. Obwohl in jüngerer Vergangenheit in Sachen Lärmminderung beachtliche Fortschritte gemacht werden konnten, ist der Handlungsbedarf unverändert hoch.

Für den Schienenverkehr ist und bleibt die Reduzierung des Lärms deshalb eine Kernaufgabe. Denn um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss der Verkehr in größerem Umfang als bislang auf die Schiene verlagert werden. Doch mehr Schienenverkehr erfordert die Akzeptanz der Bürger. Und eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die Bahnen eben leiser werden.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Politik klare Anforderungen formuliert hat. Demnach sollen der Personen- und der Güterverkehr bis 2030 deutlich steigen. Gleichzeitig soll der Schienenlärm (mit dem Jahr 2008 als Referenz) bis 2020 um die Hälfte sinken.

Das Jahr 2020 steht damit für ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zu leiseren Zügen. Gleichzeitig markiert es einen guten Zeitpunkt, um den Blick nach vorne zu richten und die nächsten Ziele für das kommende Jahrzehnt festzulegen.

 

Der aktuelle Stand

Was die Lärmminderung angeht, sind in Deutschland große Fortschritte zu verzeichnen. Vor allem der Güterverkehr hat mit der Umstellung von älteren, metallischen Grauguss-Bremssohlen auf die sogenannte Flüsterbremse einen enormen Beitrag dazu geleistet.

Das gesetzliche Verbot, laute Güterwagen nach dem Fahrplanwechsel 2020/21 einzusetzen, bringt die Bundesrepublik in eine Vorreiter-Rolle. In allen EU-Ländern gibt es zwar inzwischen Regelungen für quieter routes (leisere Strecken). Doch die Regelungen treten erst 2024 in Kraft.

Die Investitionen, die für den Austausch der Bremssysteme notwendig waren, hat der Bund mit Fördermitteln unterstützt. Gleichzeitig hat er weitere Maßnahmen eingeleitet. So wurde zum Beispiel das Lärmsanierungsprogramm an Bestandsstrecken fortgeführt und um strengere Anforderungen ergänzt. Dazu kam ein deutschlandweites Monitoring-System, das seit 2019 an 19 Messpunkten konstant Daten über den Schienenlärm aufzeichnet.

 

Die Perspektiven: 7 Ansätze für leisere Güterbahnen

Die Umrüstung der Güterwagen ist zweifelsohne ein guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung, der viele lärmgeplagte Anwohner aufatmen lässt. Aber damit ist es noch lange nicht getan. Auch in Zukunft muss es darum gehen, den Lärm weiter zu verringern. Mit einer Einzelmaßnahme alleine wird das jedoch nicht gelingen. Stattdessen werden viele kleinere und größere Schritte notwendig sein.

Im Dialogprojekt Forum leise Bahnen, das vom Umweltbundesamt und dem Bundesumweltministerium gefördert wird, haben sich Vertreter der Eisenbahnbranche, Politiker, Wissenschaftler, Forscher und Betroffene zusammengesetzt und über die künftigen Strategien diskutiert. Im Ergebnis haben sich sieben Punkte herauskristallisiert, an denen mit Blick auf leisere Güterbahnen angesetzt werden kann:

 

  1. Neue Ziele

Das Nationale Verkehrslärmschutzpaket II aus dem Jahr 2008 hat sich zum Ziel gesetzt, den Schienenverkehrslärm bis 2020 um 50 Prozent zu senken. Um diesen Weg weiterzugehen, wäre nun wichtig, neue Lärmminderungsziele für alle Verkehrsträger zu beschließen und gleichzeitig konkrete Maßnahmen zu definieren, wie diese Ziele erreicht werden können.

Bezogen auf den Schienenverkehr, wäre zum Beispiel ein denkbares Ziel, dass die Anzahl der Anwohner, die von Schienenlärm betroffen sind, im kommenden Jahrzehnt um 20 Prozent sinkt.

 

  1. Europäische Regelungen

Die langfristige Basis für Lärmschutz und Lärmminderung im Schienenverkehr müssen neben nationalen Standards auch europäische Regelungen sein. Wichtig wäre, die Bestimmungen EU-weit anzupassen und einheitliche Grenzwerte aufzustellen.

 

  1. Laute Güterwagen unterbinden

Ein entscheidender Schritt, um die angestrebte Halbierung des Schienenlärms zu erreichen, war und ist die Umrüstung der Güterwagen auf LL- oder K-Sohlen. Verbundstoff-Bremssohlen reduzieren die Rollgeräusche um bis zu 10 dB(A). Im März 2020 waren schon über 85 Prozent der Güterwagen, die in Deutschland unterwegs sind, mit den Flüstersohlen ausgerüstet. Und die deutschen Wagenhalter haben zugesichert, dass die Umstellung des Wagenparks bis Ende 2020 komplett abgeschlossen sein wird.

Das deutsche Schienenlärm-Schutzgesetz, das den Einsatz lauter Güterwagen verbietet, tritt zum Jahresende 2020 in Kraft. Vier Jahre später, nämlich im Dezember 2024, wird es durch ein europäisches Einsatzverbot ergänzt.

Ab dann dürfen auf Strecken, die bedingt durch nächtlichen Güterverkehr als quieter routes eingestuft sind, keine lauten Güterwagen mehr rollen. Doch bis dahin sollte es Regelungen geben, die nicht nur Sanktionen für laute Güterwagen aus dem Ausland vorsehen, sondern am besten von vorneherein unterbinden, dass solche Wagen überhaupt über deutsche Schienen rollen.

 

  1. Optimierte Betriebsabläufe

Auch der Betrieb selbst kann dazu beitragen, dass der Schienenverkehr leiser wird. Zugsicherungs- und Fahrerassistenzsysteme zum Beispiel können ebenso zu flüssigeren Abläufen und damit leiseren Güterzügen beitragen wie die weitere Elektrifizierung des Streckennetzes und der vermehrte Einsatz von alternativen Antrieben als Ersatz für Dieselaggregate.

 

  1. Infrastruktur

Neben der Lärmminderung direkt an der Quelle ist der stationäre Lärmschutz die zweite maßgebliche Säule für einen leiseren Schienenverkehr. Die Infrastruktur nimmt Einfluss auf den Lärmpegel. Deshalb sollte das freiwillige Programm des Bundes zur Lärmsanierung an bestehenden Strecken konsequent vorangebracht und definiert werden, bis wann es umgesetzt sein soll.

Gleichzeitig wäre wünschenswert, wenn die Kommunen ihre Möglichkeiten stärker nutzen würden, um sich mit eigenen Mitteln auch außerhalb von Tourismusgebieten an Lärmschutzmaßnahmen zu beteiligen. Ein weiterer Ansatzpunkt wäre, dass das präventive Schleifen der Schienen auf stark befahrenen Strecken der Instandhaltung und der Lärmminderung gleichermaßen zugute kommt.

Auch die Prüfung von Ausweichrouten im nächtlichen Güterverkehr kann eine Möglichkeit sein, um betroffene Anwohner zu entlasten.

 

  1. Forschung und Innovationen

In den vergangenen Jahren wurden bereits zahlreiche Forschungen durchgeführt und innovative Komponenten sowohl an Güterwagen als auch an der Infrastruktur entwickelt, erprobt und eingeführt. Solche Forschungen müssen fortgesetzt und die Erkenntnisse in die Modernisierungskonzepte der Unternehmen im Schienenverkehrssektor integriert werden.

 

  1. Leisere Baustellen

Das Baugeschehen an der Schiene kann ebenso zur Lärmbelastung werden wie der Schienenverkehr selbst. Auch eine Reduzierung des Baustellenlärms muss deshalb ein Ansatzpunkt sein. Denn der Ausbau und die Sanierung der Strecken sind einerseits dringend notwendig, wenn der Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden soll. Doch andererseits müssen viele Baumaßnahmen nachts stattfinden, weil die Schienenwege tagsüber gebraucht werden.

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