Hintergrundwissen zum Deutschlandtakt, Teil 1

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Hintergrundwissen zum Deutschlandtakt, Teil 1

Hintergrundwissen zum Deutschlandtakt, Teil 1

 

Halbstündige Zugverbindungen zwischen den Städten und gute Umsteigemöglichkeiten ohne lange Wartezeiten in ländlichen Regionen. Züge, die bundesweit ebenso schnell, unkompliziert und verlässlich genutzt werden können wie Straßenbahnen in Großstädten: Der Deutschlandtakt soll ein neues Zeitalter im Schienenverkehr einläuten. Die ersten Pläne dafür sind schon vorhanden und wollen nun umgesetzt werden. In einem zweiteiligen Beitrag vermitteln wir Hintergrundwissen rund um den Deutschlandtakt.

 

Was ist der Deutschlandtakt?

Die Ziele und zugleich die Versprechen, die der Deutschlandtakt an Reisende und an Unternehmen macht, die die Schiene für den Transport von Gütern nutzen, lässt sich auf drei Stichworte herunterbrechen: öfter, schneller und überall.

Im Wesentlichen geht es darum, das Schienennetz gezielt auszubauen, um so den Nah- und den Fernverkehr, Busse und Bahnen bundesweit besser aufeinander abstimmen zu können. An wichtigen Knotenpunkten sollen die Züge in Zukunft stets zur gleichen Zeit eintreffen und nach kurzen Stopps wieder abfahren. Das soll einerseits die Umsteigemöglichkeiten optimieren und andererseits zu vereinfachten Fahrplänen führen, die sich jeder gut merken kann.

Dichtere Takte sind ein weiterer Punkt im Konzept. Zwischen großen Städten sollen Fernverkehrszüge künftig jede halbe Stunde verkehren. Reisende sind dadurch flexibler, während der Zugverkehr durch die garantierten Anschlüsse in der Fläche profitiert. Die Kapazitäten für Güterzüge sollen ebenfalls steigen.

Doch der Deutschlandtakt verfolgt noch einen anderen, ganz entscheidenden Ansatz. So sollen die Strecken nicht mehr einzeln geplant werden, um sie anschließend in einen Fahrplan zu packen, der irgendwie zusammenpasst. Stattdessen soll es eine ganzheitliche Basis geben.

Die Leitfrage für den Deutschlandtakt ist, welcher Fahrplan in und für Deutschland notwendig ist. Erst wenn diese Frage geklärt und ein sogenannter Zielfahrplan für das ganze Netz erstellt ist, wird die Infrastruktur geplant. Dabei legt die Planung die Bedürfnisse der Reisenden und der Kunden zugrunde. Schon das ist ein Grund dafür, warum der Deutschlandtakt eine neue Ära einläutet.

Der Bund hat als verkehrspolitische Ziele ausgegeben, dass die Fahrgastzahlen verdoppelt und der Marktanteil des Schienengüterverkehrs auf mindestens 25 Prozent steigen soll. Der Deutschlandtakt soll einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass diese Ziele erreicht werden.

 

Wie soll der Deutschlandtakt funktionieren?

Um die Schiene als Transportweg attraktiver zu machen, setzt der Deutschlandtakt hauptsächlich auf drei Faktoren:

 

  1. Optimierter Fahrplan

Wer schon einmal in der Schweiz Zug gefahren ist, hat es erlebt: Jede volle und jede halbe Stunde rollen Fernverkehrs- und Regionalzüge in die Knotenbahnhöfe ein. Ein paar Minuten später fährt der Anschlusszug los und die Reisenden können ihre Fahrt zum eigentlichen Ziel fortsetzen.

Einheitliche Abfahrtszeiten sollen auch in Deutschland dazu führen, dass Zugfahrten unkomplizierter werden. Verlässliche Abfahrten, die immer gleich sind, sollen einerseits Lücken in den Fahrplänen schließen. Andererseits sollen sie das Problem lösen, dass die Züge bisher je nach Tages- oder Nachtzeit und teils unter der Woche anders verkehren als an den Wochenenden.

 

  1. Kürzere Fahrtzeiten

Der Deutschlandtakt legt das Augenmerk auf die ganze Verbindung. Maßgeblich ist nicht die schnellste Fahrt auf den einzelnen Teilstrecken, sondern insgesamt die kürzeste Reisezeit auf der kompletten Strecke.

Auf einigen Abschnitten müssen die Fahrtzeiten und die Anschlussmöglichkeiten deshalb optimiert werden. Zum Teil können die bestehenden Fahrpläne aber auch erhalten bleiben. Nämlich dann, wenn von einem Knotenpunkt aus schnelle und einfache Verbindungen in alle Richtungen gewährleistet sind.

 

  1. Höhere Taktung

Bessere Anschlussmöglichkeiten sollen durch einen dichteren Fahrplan ergänzt werden. Denn je öfter die Züge getaktet sind, desto flexibler können Kunden reisen. Letztlich ist das Ziel, dass Bahnreisende jederzeit zum Bahnhof kommen können, um von hier aus ohne großen Planungsaufwand und ewige Wartenzeiten zu ihrem Ziel zu fahren.

Zwischen den Großstädten sieht der Deutschlandtakt eine Zugverbindung jede halbe Stunde vor. Doch das Projekt bezieht sich auf das ganze Bundesgebiet. Gerade die Verbindungen in die Fläche sollen durch eine einheitliche und aufeinander abgestimmte Taktung gestärkt werden.

Denn nur wenn Reisende nahtlos umsteigen und ihre Fahrt unkompliziert fortsetzen können, wird der öffentliche Verkehr auch in ländlichen Regionen zu einer echten Alternative.

 

Wie bindet der Deutschlandtakt den Güterverkehr ein?

Mehr Personenzüge und optimierte Fahrpläne sollen Zugfahrten attraktiver machen. Doch auch der Güterverkehr ist ein zentraler Baustein im Deutschlandtakt. Deshalb wurden und werden die Akteure des Schienengüterverkehrs von Anfang an und fortlaufend in die Planungen einbezogen.

Mit der Zielsetzung vor Augen, den Anteil des Güterverkehrs auf der Schiene zu erhöhen, sind vor allem zwei Punkte wichtig:

 

Planbarkeit

Der Deutschlandtakt systematisiert die Slots auf den Schienen besser. Kleinteiliges Stückwerk weicht zugunsten einer ganzheitlichen Planung. Diese Systematisierung kommt auch dem Güterverkehr zugute. Der Zielfahrplan trägt dazu bei, dass die Schiene effektiver ausgelastet werden kann. Davon wiederum profitieren nicht nur die Bahnen, sondern auch die Umwelt und das Klima.

 

Katalogtrassen

Flexibilität spielt für Güterzüge, Spediteure und Transportunternehmen eine sehr große Rolle. Aus diesem Grund kalkuliert der Deutschlandtakt mit den sogenannten Katalogtrassen zusätzliche Kapazitäten und Trassenkorridore fest mit ein. Doch damit der Güterverkehr auf der Schiene wachsen kann, sind konsequente Investitionen in den Ausbau der Infrastrukturen unumgänglich.

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